Kalkmagerrasen-Projekte


Halbtrockenrasen Igel/Liersberg                                                                          Geschütztes Biotop nach §30 BNatSchG sowie nach §15 LNatSchG

Der Halbtrockenrasen oberhalb der Felswand von Igel wurde 2007 im Rahmen der Biotopkartierung Rheinland-Pfalz als DD2-Trespen-Halbtrockenrasen erfasst. Da er seit 30 Jahren nicht mehr genutzt wird, ist er stark mit Schlehen und Weißdorn verbuscht. Charakteristische Kalk-Magerrasenarten sowie Vorkommen von Orchideen wie Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum) und Ohnsporn (Orchis  anthropophora) prägen die Fläche. Das Ziel der geplanten Pflegemaßnahmen ist die Wiederherstellung des offenen Halbtrockenrasens und der Schutz der seltenen, lichtliebenden Arten. Die geplante Entbuschung und das erstmalige Mulchen dieser Fläche sollen der Wiederherstellung des ursprünglichen Biotoptyps und der Förderung der charakteristischen Pflanzenarten dienen.
Die Fläche wurde vom NABU Region Trier auf zehn Jahre von der Gemeinde Igel und der Knauf AG gepachtet. Ein Landwirt aus Trierweiler, der artgerechte Weidewirtschaft betreibt, wird vertraglich mit dem NABU in den nächsten zehn Jahren die Pflegemaßnahmen durchführen. 
Langfristig soll das Gebiet einmal im Jahr und zwar im Spätsommer gemäht und das Material abtransportiert werden.

Das Gebiet unterhalb der Igeler Felswand mit der sogenannten „Igeler Verwerfung“ wurde 2023 als „Leuchtpunkt der Artenvielfalt“ vom DLR-Mosel (Dienstleistung Ländlicher Raum) ausgewiesen. Es zeichnet sich durch die geologische Verwerfung Muschelkalk/Buntsandstein sowie eine vielfältige Flora und Fauna mit hoher Bio- und Geodiversität aus, was die Bedeutung des Gebiets für den Naturschutz und die nachhaltige Entwicklung hervorhebt. Dieses Ökosystem wird durch verschiedene Lebensräume geprägt: bewirtschaftete Weinberge, Trockenrasen, Felsen, Steinriegel,  Streuobstflächen, Wiesen, Weiden, Vorwald- und Waldflächen. Viele der ehemals genutzten Weinberge sind aufgegeben, was zur Entwicklung von Vorwaldstadien und Brombeergebüsch geführt hat. Die angelegten Streuobstwiesen, die ehemals als Ökokontoflächen galten, sind mittlerweile stark mit Brombeeren überwuchert. Auch die Weideflächen im oberen, östlichen und westlichen Hangbereich unterliegen der Sukzession mit Gebüsch. Insgesamt sind der Offenlandcharakter und damit auch die ursprünglichen Lebensräume mit ihrer Artenvielfalt in Gefahr. Aufgabe ist die gezielte und jährliche Pflege mit Offenhalten der Flächen. Drei der ehemals sechs Ökokontoflächen wurden im Frühjahr 2024 im Auftrag der Gemeinde Igel freigestellt. Langfristig soll ein Konzept in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, der Gemeinde Igel, dem DLR, dem NABU, dem DAV und weiteren Akteuren entstehen, um geschützte Pflanzen zu erhalten und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.Neben der jährlichen Mahd im Rahmen eines Vertrages mit 10-jähriger Laufzeit sollte die Förderung von Bildungsprojekten unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in den Naturschutz erfolgen. Die Renaturierung aufgegebener Weinberge, Anlage eines Lehrpfads und Aufnahme von Weidewirtschaft sind weitere Vorschläge.